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  • Cleo

Eine neue Welt

Das Jahr 2020 veränderte unsere gesamte Welt. Die normale Ordnung scheint auf den Kopf gestellt. Bei uns war es so, daß fast alle unserer geplanten Trips und der Sommerurlaub ausfielen. Ich bin viel spazieren gegangen, besonders zu der Zeit, als der Shutdown unser Leben in Watte hüllte. Auf diesen Gängen kam mir eine Idee, die ich dann behutsam meinem Mann mitteilte. Ich wollte gern einen Kleingarten. Und ich wusste, da stoße ich erstmal auf Skepsis. Aber geschickt eingefädelt und durch Aufzählung der vielen positiven Aspekte habe ich dann in ihm einen Sinneswandel geschaffen. Bei uns um die Ecke ist fußläufig zudem eine nette Kolonie. Herrlich gelegen. Ruhig, mit Blick auf Wälder und mit einem bewirteten Koloniehaus (was ja heute auch eher eine Seltenheit ist). Wir sind dann mal zusammen dort spazieren gegangen und haben lecker in besagter Vereinsgaststätte gegessen und ein Bierchen genossen. Der Ausblick von dort Richtung Galgenberg und Sternwarte schließlich begeisterte ihn total. Bingo!!! Zu Corona-Zeiten haben aber mehr Menschen diese Idee gehabt als nur ich... es ist halt toll, wenn man sich auf den Garten zurückziehen kann und nicht auf Urlaubsreisen zwingend angewiesen ist für eine "Auszeit" vom Alltag. Die Leute werden immer interessierter an ökologisch angebautem Gemüse und Obst. Somit sind die mittlerweile ja sehr stark geminderten Gärten extrem beliebt und bei uns gab es in der Kolonie grad mal noch 2 freie Gärten. Und die hatten es in sich. Wir entschieden uns für den Einen, der Stromanschluß bot. Fliessend Wasser haben dort alle Gärten. Aber Strom eben nicht und das hat schon arge Vorteile. Dafür mußten wir in einen extrem sauren Apfel beißen und uns durch einen regelrechten Urwald kämpfen. 7 Jahre lag der Garten brach. Mannshohes Unkraut und Gras. Man sah keinen Weg und keine Struktur. Nur wilde Büsche, ungepflegte Buchsbäume und Kirschlorbeer etc. Man konnte die Parzelle nur mit langer Hose betreten um nicht von Grasmilben befallen zu werden oder von Zecken. Das Einzige was an ein Stück Gartenzivilisation erinnerte war ein altes Schaukelgerüst und ein riesiger Berg Porenbeton-Steine. Die alte Laube war abgebrannt und der Schutt lag einfach hinten rum. Durchatmen, sich ein Herz fassen und Augen zu und durch dachten wir uns. Und so nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Hitzewelle - und wir Zwei waren am Schuften! Ein Freischneider brachte doch tatsächlich einen Abschnitt Wegplatten zum Vorschein und als ich die Büsche zu Schneiden begann tauchte eine Bank darunter auf. Unter Erdreich fand ich eine wirklich große Betonplatte, die als Terrasse gedient hat. Schatzi buddelte 22 Koniferen-Strünke aus bei 35Grad im Schatten. Täglich gab es skurrile Fundstücke. Wolldecken unter Erde und Steinen, durchwachsen von Brennesseln. Ein Plastik-Gartenzwerg, den man nicht sah und dem man die Füße mit dem Freischneider abgesäbelt hat. 2 verrostete Kinderfahrräder, unzählige Flaschen, Sandförmchen etc. Mancher Gartennachbar blieb stehen und erklärte uns für vollkommen verrückt, diesen Urwald bei der Hitze zu bekämpfen. Aber uns war klar, wir mußten Gas geben, denn der Herbst würde schneller kommen, als uns lieb war. Und so kam es dann auch. Mittlerweile ist der Garten weitestgehend sauber. Die Erde gefräst und geharkt. Rasen gesät und mittlerweile fast bereit für einen ersten Schnitt. Im vorderen Teil habe ich Gründünger ausgebracht um im nächsten Frühjahr gute Erde zu haben, die man locker bearbeiten kann. Nur eine kleine Ecke hab ich direkt genutzt, um schon mal einen kleinen Erfolg zu ergattern. Dort hab ich Radieschen und Spinat gesät und Knoblauch gesetzt. Ein erster Himbeerstrauch und ein Johannisbeerbusch fanden einen Platz. Die erste kleine Ernte hab ich schon hinter mir und ich kann euch sagen: dieser Spinat war wohl der Leckerste, den ich je gegessen habe! ^^


Es ist einfach unheimlich befriedigend, wenn man sieht, wie das was man gesät hat wächst und gedeiht und dann ist es eben ein ganz besonderer Genuss, wenn man es verzehren kann. Gestern haben wir 3 Sommerflieder gepflanzt, die uns ein Freund aus seinem Garten ausgegraben und geschenkt hat. Freue mich schon drauf, wenn sich nächsten Sommer Schmetterlinge und Hummeln um die schönen Blütenstände scharen werden. Wir haben schon 2mal ganz für uns ein bißchen gegrillt, auch wenn wir noch keine Laube haben und es sehr spartanisch zuging.

In der hinteren Ecke ist noch eine Menge zu tun, auch wenn schon das Meiste umgegraben und von den Millionen Steinen befreit ist. Buchsbäume umgesetzt und Bodendecker und lavendel hab ich auch schon angepflanzt. Aber eine Holzhütte kommt erst im Frühling, wenn wir wirklich Ordnung hinten haben.

Heute nun kommt mein erstes Hochbeet. Fünfeckig, aus verzinktem Metall. Da freue ich mich schon sehr drauf. Wenn das Wetter mitspielt bauen wir es die Tage auf und dann kann ich es füllen mit Grünschnitt. Das Ganze darf dann bis ins neue Jahr sacken.

Hier sieht man es ganz gut im Bild oben. Unten rechts der Beginn, links daneben nach dem ersten Schnitt. Oben rechts nach dem Fräsen und oben links der Stand vor 2 Wochen. Was man hinten sieht, die Hütte ist schon der Garten von unseren lieben Nachbarn. Übrigens lernt man auch noch extrem viele nette neue Leute kennen. Auch ein netter Nebeneffekt.


Pläne haben wir also wirklich jede Menge. Laube, Gemüse und Obst, der Weg muß neu gemacht werden, die Terrasse mit Holz belegen, einen Teich anlegen, (Hängematte und Pool irgendwann) und überhaupt eine schöne Gestaltung erschaffen. Dies Jahr mußte eben erstmal einfach nur "Grund rein".

Könnt ihr jetzt verstehen, warum der Blog ein wenig kürzer treten mußte?

Künftig werde ich wohl wieder mehr Zeit haben. Das Schreiben hier macht mir einfach extrem viel Spaß; aber es erfordert auch Konzentration, Ruhe und Zeit.

Peti im "Buddelmodus"


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